Digitalisierung der Arbeit oder Arbeiten 4.0

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Peter Laskowski, Mitglied des Bundeskoordinierungskreises der Emanzipatorischen Linken

Ein Beitrag zur Vorbereitung unserer Podiumsveranstaltung am 21. Oktober in Karlsruhe zum Thema – „Linke Antworten auf die Modernisierung der Arbeitswelt„:

Die Periodisierung von Umbrüchen technischer und ökonomischer Art findet immer interessengeleitet und aus einem bestimmten Blickwinkel statt. Aber ob wir das, was zur Zeit passiert, als „Industrie 4.0“, „zweites Maschinenzeitalter“ oder „dritte industrielle Revolution“ bezeichnen, die Digitalisierung der Arbeit und des Lebens gehört eindeutig zu den Themen, die DIE LINKE vor wichtige, auch neue Fragen und Herausforderungen stellen wird. Darum suchen wir nach Antworten auf die Frage, wie Linke auf diese technologische Entwicklung reagieren sollten. Die durch die digitale Revolution zu erwartenden Veränderungen werden das gesamte Leben jedes einzenen Menschen und alle Lebensbereiche umfassen. Dies kann Chancen für ein stärker selbstbestimmtes Arbeiten und Leben eröffnen, für eine sozial gerechtere und ökologische Gestaltung der Wirtschaft – und für neue Formen der Demokratie, die Alltag und Arbeit einschließen. 

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Linke Antworten auf die Modernisierung der Arbeitswelt

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14647418_10154751284687384_1249809269_oLiebe Genossinnen und Genossen,

die Tage ist in der Öffentlichkeit wieder viel über Personalfragen innerhalb der LINKEN zu lesen. Dabei ist bislang weder in strategischer noch in inhaltlich-schwerpunktmäßiger Hinsicht klar, wohin die Reise bis zur Bundestagswahl 2017 und darüber hinaus gehen soll.

Dabei steht unsere Gesellschaft vor dringenden Herausforderungen, die nach politischen Antworten gerade einer Linken mit einem Gestaltungsanspruch verlangen. Zu diesen Herausforderungen gehört auch und insbesondere der tiefgreifende Strukturwandel in der Arbeitswelt. Dieser ist zum Einen durch die europäische Marktintegration und die weltweite Öffnung und Deregulierung sowie eine damit einhergehende Internationalisierung der Märkte seit spätestens Anfang der 1990er Jahre geprägt. Die damit einhergegangene Verschärfung der Standortkonkurrenz zog eine strukturelle und nachhaltige Verringerung der Durchsetzungschancen der Arbeitnehmerseite und damit eine anhaltend schwache allgemeine Lohnentwicklung in den vergangenen 20 Jahren mit all ihren Folge- und Nebenproblemen – Druck auf die Sozialsysteme, Entstaatlichung, höhere Kapitalkonzentration, etc. – nach sich. Diese Probleme sind bis heute nicht mal im Ansatz gelöst, die Disparitäten nicht ausgeglichen. Das führt auch zunehmend zu politischen Akzeptanzproblemen der Globalisierung als solcher, die sich in der wachsenden Unterstützung für Nationalisten von Trump bis Putin ausdrücken, auf der einen und einer zunehmend festgefügten Chancen- und Perspektivlosigkeit ganzer Generationen vor allem im globalen Süden auf der anderen Seite. Zum Anderen kommen neue tiefgreifende strukturelle Umbrüche im Zuge der Digitalisierung der Gesellschaft und Arbeitswelt mit immer größeren Schritten auf uns zu. „Crowdsourcing“, „Cloudworking“, „Home-Office“ und „cyber-physical-systems“ sind die Begriffe der neuen Arbeitswelt, die im Zuge von nichts geringerem als einer vierten industriellen Revolution oder kurz „Industrie 4.0“, entstehen soll. Den bisherigen gesetzlichen Instrumenten der Mitbestimmung am Arbeitsplatz sowie den Tarifparteien drohen ihre klassischen Regelungsfelder, wie Arbeitszeit und Arbeitsentgelt, abhanden zu kommen. Neue und schnellere Automatisierungsprozesse drohen Millionen von Arbeitsplätzen überflüssig zu machen. Wie kann angesichts dieser unaufhaltsamen Veränderungen wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe der Menschen fortgeschrieben und weiterentwickelt werden? Wie kann gerade auch im Hinblick auf Arbeit und ihre Bedingungen wieder mehr Mitbestimmung, Teilhabe und Chancengleichheit ermöglicht werden und wie sähen – gerade angesichts der starken Monopolbildung im Bereich der neuen Technologien wie Apple, Google, SAP oder Bertelsmann – die Perspektiven und ein möglicher Einstieg in eine nachhaltige Demokratisierung der Wirtschaft aus? Wie abhängig, wie kollektiv-, wie selbstbestimmt wollen wir künftig arbeiten und wollen wir das überhaupt? Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen der Weg für eine zukunftsfähige, solidarische und teilhabeorientierte Reform der Sozialsysteme jenseits von Arbeitszwang und Arbeitsfetisch? Wie können neue Technologien bei all dem eine progressive Rolle spielen und – ganz im marx’schen Sinne – zu einer progressiven Umwälzung der Produktionsverhältnisse beitragen?

Zur notwendigen Debatte und Klärung all der Fragen wollen wir, das Forum Demokratischer Sozialismus Baden-Württemberg, einen Beitrag leisten und laden daher alle Interessierten zum Podiumsgespräch ein. Weiterlesen