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14647418_10154751284687384_1249809269_oLiebe Genossinnen und Genossen,

die Tage ist in der Öffentlichkeit wieder viel über Personalfragen innerhalb der LINKEN zu lesen. Dabei ist bislang weder in strategischer noch in inhaltlich-schwerpunktmäßiger Hinsicht klar, wohin die Reise bis zur Bundestagswahl 2017 und darüber hinaus gehen soll.

Dabei steht unsere Gesellschaft vor dringenden Herausforderungen, die nach politischen Antworten gerade einer Linken mit einem Gestaltungsanspruch verlangen. Zu diesen Herausforderungen gehört auch und insbesondere der tiefgreifende Strukturwandel in der Arbeitswelt. Dieser ist zum Einen durch die europäische Marktintegration und die weltweite Öffnung und Deregulierung sowie eine damit einhergehende Internationalisierung der Märkte seit spätestens Anfang der 1990er Jahre geprägt. Die damit einhergegangene Verschärfung der Standortkonkurrenz zog eine strukturelle und nachhaltige Verringerung der Durchsetzungschancen der Arbeitnehmerseite und damit eine anhaltend schwache allgemeine Lohnentwicklung in den vergangenen 20 Jahren mit all ihren Folge- und Nebenproblemen – Druck auf die Sozialsysteme, Entstaatlichung, höhere Kapitalkonzentration, etc. – nach sich. Diese Probleme sind bis heute nicht mal im Ansatz gelöst, die Disparitäten nicht ausgeglichen. Das führt auch zunehmend zu politischen Akzeptanzproblemen der Globalisierung als solcher, die sich in der wachsenden Unterstützung für Nationalisten von Trump bis Putin ausdrücken, auf der einen und einer zunehmend festgefügten Chancen- und Perspektivlosigkeit ganzer Generationen vor allem im globalen Süden auf der anderen Seite. Zum Anderen kommen neue tiefgreifende strukturelle Umbrüche im Zuge der Digitalisierung der Gesellschaft und Arbeitswelt mit immer größeren Schritten auf uns zu. „Crowdsourcing“, „Cloudworking“, „Home-Office“ und „cyber-physical-systems“ sind die Begriffe der neuen Arbeitswelt, die im Zuge von nichts geringerem als einer vierten industriellen Revolution oder kurz „Industrie 4.0“, entstehen soll. Den bisherigen gesetzlichen Instrumenten der Mitbestimmung am Arbeitsplatz sowie den Tarifparteien drohen ihre klassischen Regelungsfelder, wie Arbeitszeit und Arbeitsentgelt, abhanden zu kommen. Neue und schnellere Automatisierungsprozesse drohen Millionen von Arbeitsplätzen überflüssig zu machen. Wie kann angesichts dieser unaufhaltsamen Veränderungen wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe der Menschen fortgeschrieben und weiterentwickelt werden? Wie kann gerade auch im Hinblick auf Arbeit und ihre Bedingungen wieder mehr Mitbestimmung, Teilhabe und Chancengleichheit ermöglicht werden und wie sähen – gerade angesichts der starken Monopolbildung im Bereich der neuen Technologien wie Apple, Google, SAP oder Bertelsmann – die Perspektiven und ein möglicher Einstieg in eine nachhaltige Demokratisierung der Wirtschaft aus? Wie abhängig, wie kollektiv-, wie selbstbestimmt wollen wir künftig arbeiten und wollen wir das überhaupt? Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen der Weg für eine zukunftsfähige, solidarische und teilhabeorientierte Reform der Sozialsysteme jenseits von Arbeitszwang und Arbeitsfetisch? Wie können neue Technologien bei all dem eine progressive Rolle spielen und – ganz im marx’schen Sinne – zu einer progressiven Umwälzung der Produktionsverhältnisse beitragen?

Zur notwendigen Debatte und Klärung all der Fragen wollen wir, das Forum Demokratischer Sozialismus Baden-Württemberg, einen Beitrag leisten und laden daher alle Interessierten zum Podiumsgespräch ein.

Wann?
21. Oktober 2016, ab 19:30 Uhr

Wo?
Im Restaurant Wallhalla,
Augartenstraße 27, Karlsruhe

Auf dem Podium diskutieren:

Matteo Di Prima (Justizfachwirt, Stadtrat, Mitglied des Landesvorstandes der LINKEN Baden-Württemberg). Sein Thema unter anderem: Bedingungsloses Grundeinkommen

Er sagt: „Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen schaffen wir mehr wirtschaftliches Wachstum und Verteilungsgerechtigkeit zugleich. Aber nur dann, wenn wir das Feld nicht neoliberalen Vertretern überlassen.“

Peter Laskowski (Produktmanager, Mitglied des Bundeskoordinierungskreises der Emanzipatorischen Linken) Sein Thema unter anderem: Digitalisierung

Er sagt: „Die durch die digitale Revolution zu erwartenden Veränderungen werden das gesamte Leben eines jeden, alle Lebensbereiche umfassen. Dies kann Chancen eröffnen für ein stärker selbstbestimmtes Arbeiten und Leben, für eine sozial gerechtere und ökologische Gestaltung der Wirtschaft – und für neue Formen der Demokratie, die Alltag und Arbeit einschließen.“

Nikita Karavaev (Student der Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Arbeitsrecht, Nebenjob im Einzelhandel, Kreisvorstand der LINKEN Freiburg und Landessprecher der AG Betrieb & Gewerkschaft Baden-Württemberg) Sein Thema unter anderem: Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie

Er sagt: „Für eine soziale und demokratische Gestaltung der Zukunft der Arbeit ist heute die Schaffung der gesetzlichen Voraussetzungen für die Mitbestimmung der Belegschaften auf Augenhöhe in Standortfragen und anderen wirtschaftlichen Angelegenheiten unabdingbar. Diese kann durch eine funktionelle Kombination mit materieller Beteiligung realisiert werden, was auch weitergehende Perspektiven aufmacht.“

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